Erschreckende Unkenntnis von Stuttgart 21- Befürworter
02.09.2009: Wie kommt der Lautsprecher für Stuttgart 21 - "Mister Stuttgart 21" Wolfgang Drexler - überhaupt dazu, uns zur Ordnung zu rufen, uns sogar zu rüffeln? Die S21-Befürworter bleiben offensichtlich bei ihrer Strategie, mit lautem Getöse auf die anderen einzudreschen, um von den eigenen Problemen abzulenken.
Der Stuttgarter Bundestagskandidat und Bundesvorsitzende der Grünen Cem Özdemir verbittet sich die Ratschläge von "Mister Stuttgart 21" Wolfgang Drexler: "Wie kommt der Lautsprecher für Stuttgart 21 dazu, uns zur Ordnung zu rufen, uns sogar zu rüffeln? Die S21-Befürworter bleiben offensichtlich bei ihrer Strategie, mit lautem Getöse auf die anderen einzudreschen, um von den eigenen Problemen abzulenken."
Das Ausmaß, mit dem die Befürworter von Stuttgart 21 durch Halbwahrheiten und Verdrehungen die Realität verbiegen, werde immer erschreckender. Besonders unrühmlich tue sich hier jetzt Drexler hervor. "Wenn er uns vorwirft, Warnungen vor drohenden Kostensteigerungen seien Panik- und Stimmungsmache, verhält er sich wie ein kleines Kind, das glaubt der böse Wolf sei weg, wenn es die Augen schließt", kommentierte Özdemir. "Gerade heute war zu lesen, dass bei der Stuttgarter Feuerwehr die Streichung jeder zehnten Stelle - bei einer schon heute manchmal kritischen Personalsituation - droht, weil die Stadt sparen muss. Und auf der anderen Seite werden für Stuttgart 21 weitere 30 km Tunnel gebaut, die die Feuerwehr vor weitere Herausforderungen stellt."
Özdemir wundert sich darüber, mit welch geringer Fachkenntnis der ehrenamtliche Regierungssprecher des Ministerpräsidenten gegen die Gegner von Stuttgart 21 polemisieren und diffamieren. "Das enorme Risiko großer Kostensteigerungen bei den Projekten Stuttgart 21 und Neubaustrecke Ulm-Wendlingen ist doch nicht unsere Erfindung, sondern Realität. Die Bahn hat in den vergangenen Jahren kein einziges großes Neubauprojekt ohne massive Kostensteigerungen von mindestens 50 Prozent abgeschlossen", erinnert Özdemir. "Und die Gefahr droht, dass dann nur der Tiefbahnhof finanziert werden kann, die Neubaustrecke aber auf der Strecke bleibt. Das wäre der GAU."
Er betonte darüber hinaus: "Die Grünen haben schon immer die Mitfinanzierung der Neubaustrecke Stuttgart- Ulm durch das Land kritisiert. Die Strecke ist ohne Frage wichtig und sinnvoll, wir verlangen aber ein realistisches Konzept und halten es außerdem für föderalen Unsinn und regelwidrig, wenn das Land in die Finanzierung von Schienenstrecken einsteigt, dabei bleiben wir." Abgesehen davon beleuchteten die Grünen wenn nötig auch die Finanzierbarkeit von Projekten kritisch, die in der Sache sinnvoll sind. Özdemir: "Daran können sich die Schwarzen und die Roten ruhig ein Beispiel nehmen."
Wenn Drexler behaupte, die Neubaustrecke sei nötig, um mehr Güter auf die Schiene zu bringen, dann habe er noch nicht gemerkt, dass die geplante Neubaustrecke für schwere Güterzüge gar nicht geeignet ist, weil sie Steigungen von bis zu 3,1 Prozent gar nicht bewältigen können. Mit dem Projekt "Kopfbahnhof 21" hätten die Gegner von Stuttgart 21 längst ein fundiertes Gegenkonzept vorgestellt. Özdemir: "Ich vermisse bei der SPD den Willen und die Bereitschaft, sich damit überhaupt mal ernsthaft auseinander zu setzen."
Özdemir wirft Drexler vor, er laufe durch die Stuttgarter und Esslinger Stadtteile am Neckar und behaupte, für die bei Kopfbahnhof 21 notwendigen neuen Gleise müssten zahlreiche Häuser abgerissen werden und die Anwohner würden verstärkt durch Lärm belästigt: "Nichts davon ist wahr. Das Konzept "Kopfbahnhof 21" hat längst bewiesen, dass sich die beiden neuen Gleise auf und neben bestehendem Bahngelände unterbringen lassen, ohne in die Bebauung eingreifen zu müssen. Die lärmgeplagten Anwohner profitieren hierdurch sogar."










