Na also! Jetzt Ausstiegsklausel zu Stuttgart 21 in Anspruch nehmen!

14.09.2009: Bahnchef Grube weiß, was die Fachleute längst sagen: Stuttgart 21 lässt sich nicht mit den zwischen den Vertragspartnern vereinbarten 4,5 Milliarden Euro realisieren.

"Die Nachverhandlungen haben begonnen", kommentiert Cem Özdemir, Bundesvorsitzender der Grünen und Bundestagskandidat im Wahlkreis Stuttgart I, die Äußerung von Bahnchef Grube, Stuttgart 21 könne teurer werden. "Bahnchef Grube weiß, was die Fachleute längst sagen: Stuttgart 21 lässt sich nicht mit den zwischen den Vertragspartnern vereinbarten 4,5 Milliarden Euro realisieren. Grubes Äußerung ist das Signal an seine Vertragspartner: Ihr müsst mehr bringen".

Werner Wölfle, MdL und Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stuttgarter Gemeinderat, appelliert, den in der Finanzierungsvereinbarung festgelegten Ausstieg zu vollziehen. "Die schlechteste Lösung wäre, das Projekt jetzt auf ‚Teufel komm raus’ zusammenzustutzen. Die Optimierung liegt mit der Alternative K 21 - der Sanierung und Ertüchtigung des Stuttgarter Kopfbahnhofs - vor."

Weiterer Druck auf die Wirtschaftlichkeit des Tunnelbahnhofs resultiere aus neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen von Prof. Wulf Schwanhäußer. Nach dessen Neubewertung ist der Tunnelbahnhof zu Spitzenzeiten nahezu vollständig ausgelastet. Damit verbunden sei die Gefahr, dass sich schon geringe Verspätungen von einem Zug auf den nächsten übertragen. Früher kein Problem, heute ist die Bahn bei Verspätungen entschädigungspflichtig."

Die Warnung des Fahrgastverbandes PRO BAHN, wonach Stuttgart 21 zum Flaschenhals wird, der die Wirtschaftlichkeit des gesamten deutschen Schienennetzes massiv bedroht, muss ernst genommen werden, mahnen Özdemir und Wölfle.

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