Heinrich Böll: Vordenker der Grünen

14.07.2010: Zum 25. Todestag von Heinrich Böll erklären Claudia Roth und Cem Özdemir, Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

„Vor 25 Jahren, am 16. Juli 1985, starb Heinrich Böll. Er hat die deutschsprachige Literatur des 20. Jahrhunderts entscheidend geprägt. Als unerschrockener Streiter für Freiheit und Toleranz war er eine moralische Instanz in der Bundesrepublik und weit darüber hinaus.

In Heinrich Bölls Werk verbinden sich Witz, Menschlichkeit und kritisches Engagement. Leere Selbstbespiegelung und folgenlose Ironie waren nicht seine Sache. Er schreckte auch vor der Auseinandersetzung mit den Mächtigen im Land nicht zurück. Sein bekanntester Roman ,Die verlorene Ehre der Katharina Blum‘ ist eine unverändert aktuelle Warnung vor den Formen und Folgen eines sensationslüsternen Kampagnenjournalismus, der Persönlichkeitsrechte und Menschenwürde verletzt.

Böll war ein entschiedener Verteidiger des Rechtsstaats. Er engagierte sich gegen eine Politik und Justiz, die Bürgerrechte einschränkte und auch ihn mit Anfeindungen überzog. Als gläubiger Katholik kritisierte er eine verknöcherte Amtskirche und verschaffte der ,Kirche von Unten‘ Gehör.

Als früher Vordenker und Wegbegleiter der Grünen Partei hinterlässt uns Heinrich Böll ein Erbe, das durch Zivilcourage und demokratisches Engagement immer wieder aufs Neue lebendig gehalten werden muss.“

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