Muslimische Migranten und Antisemitismus

01.08.2006: Erschienen in: Klaus Faber, Julius H. Schoeps, Sacha Stawski (Hg.): Neu-alter Judenhass. Antisemitismus, arabisch-israelischer Konflikt und europäische Politik. Verlag für Berlin-Brandenburg GmbH.

In Deutschland leben ca. 3,5 Millionen Muslime. Gerade nach den Terroranschlägen des 11. September 2001 wird diese Gruppe bzw. ihre Religion besonders kritisch betrachtet. Während regelmäßig beklagt wird, dass Muslime und ihre Vertreter sich nicht eindeutig vom Terror distanzierten, hat zugleich die Islamophobie in der Bevölkerung zugenommen. Hinzu kommt, dass Muslime in Deutschland besonders mit Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt und im Bildungssystem konfrontiert sind. Ferner gilt nach wie vor, dass in der öffentlichen Wahrnehmung "Muslim-sein" und "Deutsch-sein" als Widerspruch gesehen wird. Wie könne jemand zugleich Muslim und Deutscher sein – diese Vorstellung überfordert manche in einem Land, dem etwas mehr Republikanismus durchaus gut tun würde.

Islamophobie, öffentlich verlangte Distanzierungen und daraus erfolgende Rechtfertigungszwänge – in westlichen Ländern lebende Muslime fühlen sich häufig als Opfer von Ausgrenzung und Intoleranz. Doch all das darf eben nicht verdecken, dass extremistische Positionen auch in Reihen der Muslime salonfähig sind...

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