EU-Asylgesetzgebung

07.05.2009: Das EU Parlament unternimmt nur bescheidene Schritte hin zu einer besseren Asylpolitik

Das Europäische Parlament hat am 7. Mai 2009 über vier gesetzgebende Berichte im Rahmen des Asylpakets abgestimmt. Darunter fiel der Bericht über die Aufnahmebedingungen für Asylbewerber, die "Dublin-Verordnung" (die bestimmt, welches Mitgliedsland für einen Asylantrag zuständig ist), die Fingerabdruck-Datenbank "EURODAC" und die Schaffung eines europäischen "Asyl-Support Office" zur Unterstützung der EU-weiten Kooperation in Asylfragen.

Es ist kein Geheimnis, dass die EU-Mitgliedsstaaten in Asylfragen enger kooperieren müssen und eine Harmonisierung dringend notwendig ist, denn der gegenwärtige Zustand gleicht einem bunten Durcheinander von unterschiedlichen Standards und Ansätzen. Daher ist es erfreulich, dass das Europäische Parlament mit seiner Abstimmung am 7. Mai 2009 einige, wenn auch leider nur bescheidene Schritte hin zur Schaffung eines Fundaments für eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten gelegt hat.

Positiv ist, dass die Gesetzgebung über die Aufnahmebedingungen von Asylbewerbern nun einen Zugang zum Arbeitsmarkt vorsieht. Auch dürfen Personen, nur weil sie internationalen Schutz suchen, nicht mehr inhaftiert werden sollten.

Erfreulich ist außerdem die Annahme des Berichtes zur Schaffung eines europäischen "Asyl-Support Office" unter Grüner Federführung (Berichterstatterin: Jean Lambert, UK Green). Dieses Büro kann dazu beitragen, dass die Mitgliedsstaaten besser, effizient und mit denselben hohen Standards zusammenarbeiten und untereinander, gerade auch zum Wohle der Asylsuchenden, mehr Vertrauen sowie eine stärkere Kooperation und Solidarität entsteht.

Doch nicht alle angenommenen Maßnahmen sind positiv. Die Aufnahme von Fingerabdrücken, auch die von Jugendlichen ab dem 14. Lebensjahr, führt zur Kriminalisierung von Menschen, die lediglich Asyl und Schutz suchen. Die Zustimmung zu einer dezentralisierten Datenbank, worin sowohl Daten über Asylanträge als auch strafbare Handlungen enthalten sind, ignoriert ein inakzeptables Missbrauchsrisiko.

  • Seite bei Twitter teilen
  • Seite bei Facebook teilen
  • Seite bei StudiVZ teilen
  • Seite bei MySpace teilen
  • Seite bei Mister Wong bookmarken
  • Seite bei del.icio.us bookmarken
  • Seite bei Google bookmarken
  • Seite bei Live bookmarken
  • Seite bei YahooMyWeb bookmarken
Aktuelles
  • „Es geht hier auch um Gefühle“09.09.2010 | Sarrazins Thesen, seine Zahlen sind gar nicht das Problem. Die kann man widerlegen. Aber es geht hier auch um persönliche Erfahrungen und Gefühle. Die Debatte kann man nur vernünftig führen, wenn man einräumt, dass es solche negativen Erfahrungen gibt. Erziehungsversagen gibt es aber auch bei Deutschstämmigen, deren Kinder Rechtsradikale werden oder auf sonstige Weise verwahrlosen. Cem Özdemir im Gespräch mit der Passauer Neuen Presse. (Pressespiegel) mehr »

  • Ein frohes Zuckerfest08.09.2010 | Viele Menschen islamischen Glaubens feiern morgen in Deutschland das Ende des Fastenmonats Ramadan, das als ‚Zuckerfest’ oder ‚Eid-ul-Fitr’ bekannt ist. Wir gratulieren allen muslimischen Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland zu diesem Fest und wünschen Ihnen Frieden, Glück und Wohlergehen. (Presse) mehr »

  • Glückwünsche zum Neujahrsfest08.09.2010 | Zum jüdischen Neujahrsfest Rosch ha-Schana gratulieren wir allen jüdischen Bürgerinnen und Bürgern herzlich und wünschen Ihnen ein gutes und friedliches neues Jahr, das geprägt ist von Menschlichkeit und wechselseitigem Verständnis. (Presse) mehr »