Solidarität mit Aylin K.: Prozessbeginn gegen Ex-Ehemann
23.06.2008: Pressemitteilung von TERRE DES FEMMES
Aylin K. wurde im November 2007 von ihrem Ex-Ehemann mit 26 Messerstichen verstümmelt. Er wollte sie töten, aber sie hat überlebt. Am 25. Juni 2008 wird Aylin im Mordprozess Mehmet K. vor Gericht aussagen.
Direkt vor dem Prozess werden TERRE DES FEMMES-Aktivistinnen ein Zeichen setzen, dass Gewalt gegen Frauen in unserer Gesellschaft nicht toleriert wird. Wir zeigen Solidarität mit Aylin und unterstützen sie bei ihrem schweren Gang in den Gerichtssaal. Auch Cem Özdemir, EU-Abgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen, erklärt sich mit Aylin solidarisch und steht in den Verhandlungspausen gemeinsam mit TERRE DES FEMMES für Interviews zur Verfügung.
"Mit der Solidaritätskampagne für Aylin wollen wir auf die vielen Frauen aufmerksam machen, denen im Namen der Ehre Gewalt angetan wird. Und wir fordern die politisch Verantwortlichen auf, endlich Rahmenbedingungen zu schaffen, die Frauen besser schützen," erklärt Bundesgeschäftsführerin Christa Stolle im Vorfeld des Prozesses. Das auch im Fall von Aylin K. ausgesprochene Näherungsverbot im Rahmen des Gewaltschutzgesetzes war unzureichend. Obwohl die Behörden über die Morddrohungen informiert waren, haben sie es versäumt, Aylin wirksam zu schützen. TERRE DES FEMMES fordert deshalb präventive Täterarbeit sowie eine bessere Vernetzung und härteres Durchgreifen der zuständigen Behörden.
Wir können und wollen nicht länger schweigen, wenn Frauen im Namen von Tradition und Familienehre daran gehindert werden, frei und selbst bestimmt zu leben. Deshalb rufen wir die Menschen in diesem Land auf, gemeinsam mit Aylin "NEIN" zu sagen gegen jegliche Form von Gewalt gegen Frauen.
Wann? Mittwoch, 25. Juni 2008, 9 Uhr Wo? Landgericht, Saal 118, Gutenbergstr. 17, 76532 Baden-Baden
Für Interviewwünsche und Pressefotos von Aylin wenden Sie sich bitte an: Rahel Volz, TERRE DES FEMMES, Tel. 07071/7973-0 (E-mail: ehrverbrechen@frauenrechte.de).
TERRE DES FEMMES ist eine gemeinnützige Menschenrechtsorganisation für Frauen und Mädchen, die durch Aktionen, Öffentlichkeitsarbeit, Einzelfallhilfe, Förderung von Projekten und internationale Vernetzung von Gewalt betroffene Frauen unterstützt. Schwerpunktthemen sind Häusliche Gewalt, Zwangsheirat und Ehrverbrechen, weibliche Genitalverstümmelung, Frauenhandel und Zwangsprostitution. Weitere Informationen finden Sie unter www.frauenrechte.de










