Anerkennung Zyperns durch die Türkei

04.08.2005: Griechische Zyprioten eigentliches Hindernis für Lösung der Zypernfrage

Thursday, 4. August 2005

Zur Forderung von Unionspolitikern, die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei auszusetzen, erklärt der grüne Europa-Abgeordnete Cem Özdemir, Mitglied der Türkei-Delegation des Europäischen Parlaments:

"In der aktuellen Debatte um die Anerkennung Zyperns durch die Republik Türkei fordere ich zu mehr Fairness auf. Die Tatsachen sollten nicht verdreht werden. Schließlich war es Nordzypern mit der Unterstützung Ankaras, das einen radikalen Kurswechsel zugunsten der Wiedervereinigung der geteilten Insel unternahm. Der Kompromissvorschlag von Kofi Annan fand allerdings nur im türkischen Norden eine Mehrheit. Die griechischen Zyprioten lehnten auch deshalb ab, weil der Süden eine massive Desinformationskampagne betrieb und Vertretern sowohl der Vereinten Nationen als auch der Europäischen Union den Zugang zu den lokalen Medien verwehrte.Der griechische Süden vertritt zwar völkerrechtlich die ganze Insel, doch de facto sind die türkischen Zyprioten überall außen vor.

Es ist der Vertreter der griechischen Zyprioten, der erneut mit einem "Nein" zu einer von den Vereinten Nationen vermittelten Lösung droht und damit die Isolation des Nordens nicht beenden möchte.

Diese Fakten sollten auch von den Gegnern eines Türkei-Beitritts unter Teilen der Konservativen in Deutschland und Frankreich nicht auf den Kopf gestellt werden. Früher, unter Rauf Denktas, war der Populismus im Norden der Insel zuhause. Dieses Erbe hat offenbar inzwischen sein Bruder im Geiste, Tassos Papadopoulos, angetreten. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass Papadopoulos auf Zypern nun das ist, was Denktas lange Zeit für den Lösungsprozess auf der Insel war - ein Hindernis."

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