Biographie

Cem Özdemir, geb. 1965 in Bad Urach (Kreis Reutlingen), verheiratet, zwei Kinder, ist Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen. Neben der Behandlung ökologischer und ökonomischer Fragen im Rahmen eines „Green New Deal“ gilt seine besondere Aufmerksamkeit dringend notwendigen bildungspolitischen Reformen.

Als Erzieher ausgebildet, schloss er 1994 sein Studium der Sozialpädagogik an der Evangelischen Fachhochschule für Sozialwesen in Reutlingen ab. 1981 trat er der Partei Die Grünen bei (heute: Bündnis 90/Die Grünen). Zwischen 1989 und 1994 war er Mitglied im Landesvorstand der Grünen in Baden-Württemberg, wo er heute im Kreisverband Stuttgart beheimatet ist.

1994 wurde Özdemir als erster Abgeordneter türkischer Herkunft in den Deutschen Bundestag gewählt, dem er zwei Legislaturperioden lang bis 2002 angehörte. Zwischen 1998 und 2002 war er innenpolitischer Sprecher seiner Fraktion und wirkte in dieser Zeit an der Reform des Staatsangehörigkeitsrechts mit, die 2000 in Kraft trat.

Im Jahr 2003 war er als `Transatlantic Fellow´ beim US-Think Tank `German Marshall Fund of the US´, Washington DC. In dieser Zeit befasste er sich mit den transatlantischen Beziehungen und mit der politischen Selbstorganisation ethnischer Minderheiten in den USA und Europa.

Von 2004 bis 2009 war Cem Özdemir Abgeordneter des Europäischen Parlaments (Die Grünen / Freie Europäische Allianz). Er war außenpolitischer Sprecher seiner Fraktion, Berichterstatter des Parlaments zu Zentralasien und Vize-Präsident des CIA-Sonderaussschusses ('Nichtständiger Ausschuss zur behaupteten Nutzung europäischer Staaten durch die CIA für die Beförderung und das rechtswidrige Festhalten von Gefangenen'), dessen Abschlussbericht im Februar 2007 vom Europäischen Parlament angenommen wurde.

Daneben ist Cem Özdemir auch publizistisch tätig. In seinen Büchern 'Currywurst und Döner - Integration in Deutschland' und seiner Autobiographie 'Ich bin ein Inländer' spiegeln sich seine multikulturellen Erfahrungen in Deutschland wider. 2008 erschien sein Jugendbuch „Die Türkei. Politik. Religion, Kultur“.

Für seinen gesellschaftlichen Beitrag ist er vom World Economic Forum im Jahr 2002 zum `Global Leader for Tomorrow´ ernannt worden und wurde 1997 vom SFB-Radio (heute RBB) als 'Multikulti-Mann des Jahres' ausgezeichnet. 1996 erhielt er die Theodor-Heuss-Medaille und den Civis Media-Preis für seine Integrationspolitik und seinen Einsatz für ein vorurteilsfreies Zusammenleben von Deutschen und Migranten. 2009 verlieh ihm die türkische Universität Tunceli die Ehrendoktorwürde für sein Engagement für eine Verständigung der Kulturen.

Cem Özdemir engagiert sich in verschiedenen Vereinen, Stiftungen und Organisationen. Er ist Gründungsmitglied des European Council on Foreign Relations (ECFR). Seine Mitgliedschaften in Beiräten umfassen das Berliner Büro des American Jewish Committee (AJC), den Integrationsbeirat der nordrhein-westfälischen Landesregierung, das START-Programm der Hertie-Stiftung und die Hrant Dink Stiftung. Er gehört den Kuratorien des Deutsch-Türkischen Forums Stuttgart e.V. sowie der Theodor-Heuss-Stiftung an. Er ist teil des Auswahlkomitees der Robert-Bosch-Stiftung, die seit 1985 begabte Kinder mit Migrationshintergrund fördert. Ferner unterstützt Cem Özdemir die StreetUniverCity Berlin (S.U.B.).

Und er mag es gar nicht, wenn das grandiose Komikerduo Laurel & Hardy hierzulande wenig schmeichelhaft als "Dick & Doof" bezeichnet wird.

Hier geht es zu einem Porträt von Cem Özdemir in der ZEIT.

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