Klimaschutz, Integration, Zusammenhalt... Diese Zeit braucht Grün mehr denn je. Dafür will ich mit Euch kämpfen! #Cem2017

Liebe Mitglieder von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, liebe Freundinnen und Freunde,

ich will als Euer Spitzenkandidat Verantwortung übernehmen. Wir können es schaffen, dass uns bei der kommenden Bundestagswahl wieder deutlich mehr Menschen ihr Vertrauen schenken. Ich will dazu beitragen, dass sie ihre Hoffnungen bei uns gut aufgehoben sehen.

Viel hat sich in unserem Land verändert, seit sich die Grünen vor über 35 Jahren als Partei gegründet haben. Ich kann mich gut daran erinnern, wie ich als junger Kerl meine skeptische Mutter mit Engelszungen überreden musste, doch auch mal einen Blick zu werfen in diesen „seltsamen Bioladen, wo diese komischen Leute reingehen“ (mittlerweile der älteste Bioladen meiner Heimatstadt Bad Urach). Und heute? Es gibt viele, ja immer mehr Menschen in unserem Land, die Grün einkaufen, Grün denken und Grün handeln – aber nicht unbedingt Grün wählen.

Es ist ihnen wichtig, dass wir unseren Wohlstand im Einklang mit Umwelt und Natur erwirtschaften und alle davon fair profitieren. Unsere Kinder und Enkelkinder sollen eines Tages gute Jobs haben, aber auch saubere Luft atmen und sauberes Wasser trinken können.

Es treibt diese Menschen um, dass das Aufstiegsversprechen nicht mehr gilt. Sie finden es ungerecht, dass Bildung von der Herkunft abhängt und nicht auch Alexej, Alma und Ahmet eine faire Chance bekommen. Ich hatte großes Glück. Denn die Eltern meiner deutschen Freunde haben auch mich gefragt, wie es um meine Hausaufgaben steht und mich unterstützt. Wir müssen es schaffen, dass Kinder nicht auf solches Glück und Zufälle angewiesen sind. Es kommt nicht darauf an, wo man herkommt, sondern einzig und allein, wohin man will!

Diese Menschen, von denen ich hier rede, finden es falsch, dass Alleinerziehende zu wenig dabei unterstützt werden, sich um ihre Kinder zu kümmern, und dass Ältere, nachdem sie der Gesellschaft viel gegeben haben, mit Armut konfrontiert sind. Am Umgang einer Gesellschaft mit Kindern und Älteren zeigt sich, wie menschlich sie ist. Wenn unsere Gesellschaft lebenswert für alle sein soll, dann müssen wir es besser hinbekommen, dass alle fair am Wohlstand teilhaben und sich einbringen können!

Diese Bürgerinnen und Bürger wollen Europa weiter bauen statt tatenlos zusehen, wie Rechtspopulisten, Rassisten und nationale Borniertheit versuchen, Stück für Stück Europa und seine Grundwerte auszuhöhlen. Sie verstehen sich als weltoffen und zeigen Herz und Engagement für diejenigen, die vor Krieg, Terror und Fanatikern fliehen, die uns auch hier in Europa bedrohen. Gleichzeitig sehen sie, welch große Aufgabe die gute Unterbringung und Integration dieser Geflüchteten für unser Gemeinwesen bedeutet. Sie wünschen sich einen Staat und eine Zivilgesellschaft, die niemals zurückweichen, wenn Rechtsextreme oder religiöse Fundamentalisten Räume für sich reklamieren. Und ob sie nun eher liberal, wertkonservativ oder beides sind: Sie sind sehr klar darin, dass die Grundwerte unserer Verfassung die nicht verhandelbare Richtschnur unseres Zusammenlebens sind. Das gilt umso mehr in einer vielfältigen Gesellschaft. Das Grundgesetz gilt für alle – für diejenigen, die hier leben, und diejenigen, die hier leben wollen!

All diese Leute zeigen uns, dass grüne Ideen längst raus aus der Nische und in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen sind. Nun liegt es an uns, ob sie 2017 auch ihr Kreuz bei uns machen. Ich will, dass wir ihre Neugierde auf uns wecken und dass sie sich bei uns wiederfinden. Weil sie merken, dass wir hart um konkrete und umsetzbare Antworten ringen. Weil wir Lösungen von ihren Hoffnungen und Problemen her denken. Das bedeutet nicht, dass wir für jedes Problem gleich die beste Lösung parat haben. Aber, dass wir klare Grundsätze haben, die uns und anderen Orientierung geben und deutlich machen, wohin wir unser Land führen wollen. Wenn wir diese Grundsätze vertreten und dabei weder dogmatisch noch beliebig sind, dann können wir auch glaubwürdig gute Kompromisse eingehen, die breit getragen werden. Das ist nicht einfach, aber in den Ländern und Kommunen weisen Grüne mit Verantwortung nach, wie es gehen kann.

Wenn wir diese Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Unternehmen oder Bürgerinitiativen erreichen wollen, dann sollten wir neugierig sein und mehr auf sie zugehen – und nicht warten, bis sie zu uns kommen. Erst dann können wir wissen, was uns trennt und wo möglicherweise überraschende Gemeinsamkeiten bestehen. Da geht es etwa darum, wie wir freien Handel fair gestalten. Wie wir den nächsten Sprung in der Energiewende hinbekommen und aus der Kohle aussteigen. Wie wir die Elektromobilität so attraktiv machen, dass Dreckschleudern uninteressant werden. Auch wenn die Ziele von immer mehr Menschen geteilt werden, die Wege dorthin bleiben umstritten und teils auch hart umkämpft. Ehrliche Politik kann daher niemals bedeuten, dass man Meinungsverschiedenheiten unter den Teppich kehrt. Aber wenn man Gemeinsamkeiten erkennt, lässt sich auch viel besser über Trennendes und aus unserer Sicht notwendige Veränderungen sprechen.

Wir haben Großes vor. Ich will gemeinsam mit Euch das Klima und unsere Umwelt schützen und zeigen, dass das der Wirtschaft nutzt. Ich will, dass alle eine faire Chance erhalten und an unserer Gesellschaft teilhaben können. Ich will, dass unsere Heimat – Deutschland und Europa – weltoffen bleibt und ihrer bedeutenden Verantwortung in der Welt gerecht wird.

Ich will nicht, dass wir nur darüber reden. Ich will, dass wir das in einer Regierung umsetzen.

Ich möchte als Spitzenkandidat meiner Partei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN meinen Beitrag leisten. Dafür brauche ich Eure Unterstützung!

Herzliche Grüße
Euer Cem